Samstag, Januar 28, 2006

Swimming with Whales


Es ist schwer irgendetwas über diesen Tag zu schreiben, denn es gibt kaum Worte für das, was ich heute erlebt habe.
Und dies hier sind nur die Bilder, die ich mit meiner Kamera vom Boot aus machen konnte. Die Unterwasser-Fotos habe ich noch nicht, werden aber nachgeliefert!!! ;-) Und ich bekomme auch noch einen Film. Es gibt also noch mehr zu freuen!


Chris, ein Bekannter von Marco, der normalerweise Whale-Watching-Touren mit Touristen auf seinem 10-Meter-Schlauchboot macht.

@ Chris: Thanx for taking me with you.
@ Bruna & Carter: Thanx for showing me the underwater magic.

Doch heute hat er uns quasi auf eine Privattour mit zwei Freunden mitgenommen, die gerade einen Film über die Wanderung der Buckelwale von Alaska bis hierher machen. Chris lebt seit 24 Jahren auf der Insel und es scheint, als kenne er jeden Wal persönlich. Manchmal erkennt er sie einfach nur an der Form ihrer Flossen. Unglaublich! Bruna und Carter, die beiden Filmer, waren dann auch bereit, uns mit ins Wasser zu nehmen.
Wir sind ziemlich früh losgefahren und es dauerte nicht lange, bis wir die erste Gruppe entdeckt hatten. Man sieht von weitem schon die Fontänen, die aus dem Wasser schießen, wenn die Wale an die Oberfläche kommen, um zu atmen und dann sieht man meist auch, in welche Richtung sie schwimmen.



Die Kunst ist es, mit dem Boot so nah wie möglich an sie heranzufahren und in ihrer Richtung zu bleiben. Motor aus und dann warten und hoffen, dass sie nah am Boot vorbeiziehen oder aber neugierig genug sind, um in der Nähe zu bleiben.
In dieser Jahreszeit kommen die Wale von Alaska hierher, um ihre Babys zur Welt zu bringen und sich erneut fortzupflanzen. So sieht man dann auch meistens die Mütter mit ihren Babys, die fast immer mindestens von einem anderen weiblichen Tier begleitet werden, sozusagen als Eskorte. Die Männchen schwimmen alleine und warten auf die Zeichen der Weibchen, dass sie paarungswillig sind.



Unsere erste Begegnung war eine Dreier-Gruppe: Mami, Baby und Eskorte, ungefähr 150 Meter vom Boot entfernt. Dann ging alles ganz schnell, Flossen und Taucherbrille an, ganz langsam ins Wasser, ohne allzuviel Geplatsche, um sie nicht zu erschrecken und dann erstmal in ihre Richtung schwimmen. Mit Flossen geht das aber recht schnell und es ist sowieso egal wie anstrengend das ist ... denn die Aufregung beim Suchen unter Wasser ist das einzige, was man fühlt; begleitet von den Gesängen der Wale.



Und plötzlich waren sie da. Erst schemenhaft, im diffusen blauen Wasser und dann immer näher. Mit ist fast das Herz stehengeblieben. Diese riesigen Tiere, fast zum Greifen nah. So friedlich, so ruhig und vertrauensvoll. Die perfekte Einheit in ihrem Element. Und alles im Zeitlupen-Tempo. Das Baby ganz nah bei der Mutter, die Eskorte mit etwas Abstand. Ich weiß nicht mehr wie lange das Ganze gedauert hat, aber als sie abgetaucht sind, wollte ich einfach nur hinterher. Irgendwann gib's aber dann ein Luftproblem und die Realität kommt ganz schnell zurück.



Es weiß wohl keiner was genau diese Tiere mit einem machen, dass man hinterher dieses tiefe Gefühl von Frieden und Ruhe spürt. Aber alle, die jemals mit Walen getaucht sind erzählen davon. Chris sagt, immer wenn ihn ein Wal mit seinen riesigen Augen ansieht, fühlt er sich wie von einem Röntgengeraet durchleuchtet. Und das beschreibt es wohl ganz gut. Natürlich fühlt man das nicht wirklich körperlich, aber man löst sich irgendwie auf, es scheint als schalte sich der Verstand völlig aus und der Körper schwebt nur einfach dahin.



Ihr seht ich ringe um Worte und es gelingt mir nicht, diese Begegnung wirklich zu beschreiben.



Wenn sie mit ihren riesigen Bauchflossen aufs Wasser schlagen (die Weibchen tun das, um den Männchen zu signalisieren, dass sie bereit sind), dann sie es aus aus, als winken sie einem zu.



Insgesamt bin ich mit drei verschiedenen Gruppen geschwommen. Die letzte am Nachmittag war unglaublich. Das Baby war so neugierig und die Mutter hat es auch für kurze Zeit gelassen. Es hat uns beobachtet, sich auf den Rücken gedreht und es war so lustig anzusehen, dass ich mich fast verschluckt hätte vor Lachen.
Dieses Lachen ist auch jetzt noch das einzige, was ich wirklich in Worte fassen kann. Und eine tiefe Dankbarkeit, dieses Wunder erleben zu dürfen.

Freitag, Januar 27, 2006

Polihale Beach



Auch die beiden letzten Tage hat es zwischendurch immer mal wieder geregnet. Nicht so schlimm, denn einfach mal auf der Terasse abhängen und nichts tun ist schon ganz nett. Wenn da nur nicht immer diese schweren Entscheidungen wie "trink ich jetzt noch ein Teechen oder vielleicht doch lieber einen Saft" zu fällen wären...

Aber ein bisschen Bewegung muss sein, also ging's am späten Nachmittag mit dem Fahrrad zum Polihale Beach. Gut, nicht die ganzen zwölf Meilen mit dem Bike.
@ Christian: Soll ja übrigens auch gar nicht gesund sein, bei der Wärme zuviel in die Pedalen zu treten!
Also die Räder erstmal auf den Truck gepackt und vielleicht so zehn Meilen auf dem Highway Richtung Norden gefahren. Irgendwann kann man dann das Auto irgendwo stehen lassen und mit dem Fahrrad auf Feldwegen Richtung Strand fahren. Für mich schon eine kleine Herausforderung auf diesen Buckelpisten. Schwerer Fehler, mein Fahrrad im letzten Jahr nicht ein Mal vom Dachboden geholt zu haben.
@ Miri: Wann wollten wir eigentlich nochmal Radfahren???


Die Amis sind echt komisch. Wenn man z.B. Müll auf die Straße schmeißt und dabei erwischt wird, kostet das mal schlappe $1.000 Strafe. Mit riesigen Trucks den Strand entlang zu heizen ist aber fast schon ein Volkssport. Also Umweltschutz wird hier echt ganz groß geschrieben!!!!!

Von den Reifenspuren mal abgesehen, und zum Glück waren die Trucks auch nicht überall, ist dieser kilometerlange Strand wirklich toll und die Brandung ist atemberaubend.



Und natürlich, wie sollte es anders sein, kann sich auch hier der Sonnenuntergang echt lassen ;-)

Dienstag, Januar 24, 2006

Ooommmmm



Ich muss gestern beim Wandern irgendwo da oben in den Bergen meine Beine verloren haben. Diese beiden schmerzenden Stumpen, mit denen ich heute versuche zu gehen, kenne ich jedenfalls nicht. Hab ich einen Muskelkater!!! Bin auf jeden Fall gespannt, was als nächstes kommt. Ich arbeite mich wohl gerade langsam nach oben. Erst der Zeh, jetzt die Beine ... naja, irgendwas ist ja immer ;-)

Bis heute Nachmittag hat es tatsächlich mal geregnet und das ist für diese Ecke von Kauai so ungewöhnlich, dass sogar die Moderatoren im Radio völlig ausgeflippt sind. Ich glaube, wenn King Kong vorbeigeschaut hätte, wäre das keine größere Sensation gewesen. So war also heute mal ein wenig Pause mit Aktivitäten angesagt. Auch mal schön. Bin aber trotzdem um fünf zum Yoga gegangen. Ich dachte, Angriff ist die beste Verteidigung gegen diesen Kater in den Beinen. Da hab ich mich aber ganz schön vertan! Erstmal war alles toll. Yoga ganz nah am Strand unter Palmen, Wellenrauschen und Wind und ein ganz toller Lehrer, der einen interessanten Mix aus verschiedenen Yogastilen macht. Die Stunde war aber sehr anstrengend (bin ja auch ein wenig aus der Übung) und zwischendurch war nicht immer ganz klar, ob meine neuen Beine durchhalten würden. Offensichtlich haben sie noch nie was von Yoga gehört! Streckenweise hab ich mich wirklich gequält und da waren dann plötzlich Meer, Strand und Palmen echt mal egal.
Bin aber trotzdem ganz froh, dass ich hingegangen bin und hinterher sind auch noch ein paar schöne Bilder für meine noch nicht existierende Homepage entstanden.

Montag, Januar 23, 2006

Nu'Alolo und Awa'Awapuhi


Das sind keine einheimischen Köstlichkeiten, sondern die Namen der Wanderwege durch die Canyons, die wir heute gegangen sind. Wobei das Wort "wandern" es eigentlich nicht wirklich trifft. Es war zuweilen eine richtige Kraxelei. Dort oben in den Bergen ist es fast immer feucht, mehrmals am Tag regnet es, wenn auch nur leicht, und auf dem Lehmboden ist dann ganz schnell nicht mehr wandern sondern rutschen angesagt. Der Weg zum Lolo-Aussichtspunkt führte fast die ganze Zeit bergab, mitten durch den Wald und war so rutschig, dass ich stellenweise auf allen Vieren gekrabbelt bin. Die Bäume sind dort aber wenigstens so gütig und haben mit ihren Wurzeln Treppen in die Wege gebaut, an denen man sich festhalten kann, um das ganz schlimme Abrutschen zu verhindern.



Richtig mulmig wurde mir dann aber beim letzten Teilstück dieses Weges, das hinauf auf einen der Berge und zum genannten Aussichtspunkt führte. Stellenweise trennten dort nur wenige Zentimeter meine Fußaussenkante vom steilen Abhang. Und in 700 Metern Höhe bläst dann zusätzlich auch noch ein recht hübscher Wind, der wohl eigentlich nur dazu da ist, einem die rote Vulkanerde in die Augen zu wehen. Als hätte man nicht schon genug Stress. Hui, war ich mutig!!!!





Aber oben angekommen war dann der Ausblick Belohnung genug für all die Strapazen.





Insgesamt war die Route 9,5 Meilen lang. Hört sich erstmal nicht so viel an, aber bei dem ständigen Auf und Ab (es ging bis über 1000 Meter hinauf) und den zum Teil echt beschwerlichen Wegen, waren wir gut sechs Stunden unterwegs (ohne viele Pausen), denn man muss sich wirklich beeilen wieder am Ausgangspunkt zu sein, bevor es dunkel wird. Ich glaube, es ist kein Spaß da oben die Nacht zu verbringen. Deshalb raten die Reiseführer auch, nicht später als 10.00 h loszugehen. Wir waren mit 11.00 h schon echt spät dran. Deshalb auch nur zwei Pausen, aber ohne die wäre es gar nicht gegangen. Man schleppt ja schließlich Getränke, Essen, Regenjacken etc. auch noch mit sich rum, was der Rücken dann spätestens nach drei Stunden auch bemerkt.



Das Ende des Rundtrips durch die Berge war das Härteste und während der letzten Stunde hab ich einfach nur noch versucht einen Fuß vor den anderen zu setzten und gegen diesen unbändigen Wunsch angekämpft, mich einfach irgendwo hinzulegen. Doch egal wie anstrengend das alles war. Jeder Meter, jeder Schritt, jedes Nach-Luft-Schnappen hat sich gelohnt. Und mein Zeh hat super mitgespielt, wir sind jetzt wieder Freunde! ;-)

Sonntag, Januar 22, 2006

Beten am Beach



In Kekaha gibt es in unmittelbarer Nähe mindestens drei Kirchen. Eine davon, Saint Theresa Church, steht ganz nah am Meer, vom Strand nur durch die Straße getrennt. Drei Seiten der Kirche bestehen aus großen Fensterfronten, die zum Gottesdienst alle zur Seite geschoben werden. Man hört das Meer rauschen und den Wind.
Dieses Dorf hier ist wirklich verschlafen und allzu viele Dinge gibt es nicht, die außerhalb des Meeres und Wanderungen durch die Canyons, zur Unterhaltung beitragen könnten. Also kam die Idee, doch einfach mal in die Kirche zu gehen. Nun bin ich nicht gerade der eifrigste Kirchgänger und werde wohl auch so schnell keiner, aber der Gottesdienst dort hat mich wirklich beeindruckt. Ich schätze es waren 150 Leute dort, eine interessante Mischung aus Einheimischen und "Zugewanderten". Der Pastor hat wohl auch schon seine 75 Jahre auf dem Buckel, aber er sprühte regelrecht vor Begeisterung für das, was er von der Kanzel gesprochen hat. Die Lieder wurden von einer Band begleitet: Gitarre, Geige, Querflöte und ein Chor. Diese Kirche gehört irgendwie zur baptistischen Glaubensrichtung, eine Abspaltung der katholischen Kirche. Aber wie genau das alles zusammenhängt habe ich noch nicht herausgefunden. Ist auch ziemlich kompliziert, denn es gibt hier an jeder Ecke irgendeine Kirche und der Name allein verrät meist noch nicht, ob es einfach nur der Name der Kirche oder eben eine dieser vielen hundert "Unterkirchen" ist. Ich hab das wirklich noch nicht kapiert.
Jedenfalls war dort, trotz katholischer Liturgie, alles von einer Leichtigkeit bestimmt, wie ich sie mir von einem Gottesdienst wirklich nicht hätte vorstellen können. Fehlte nur noch, dass die Leute auf dem Altar getanzt haben. Zum Ende hin haben sich alle die Hände gegeben oder umarmt und sich gegenseitig Frieden gewünscht. Hört sich jetzt vielleicht ein wenig "too much" an, war aber richtig schön.

Jahreszeit

Auf Hawai'i gibt es nur zwei Jahreszeiten: die warme (kau) und die nicht so warme (ho'oilo).

Auch hier ist gerade Winter und daher also nicht so warm ;-(
Aber das ist bei 30 Grad an der Luft und ich schätze mal 26 Grad im Wasser nicht wirklich ein Problem.

No Yoga!

Langsam nervt mein Zeh!!!!
Ich kann noch immer kein Yoga machen. Soll ich vielleicht nicht? Bewahrt mich der Zeh gerade davor, einen Hitzschlag auf der Yogamatte zu bekommen? Nackenwirbelbruch im Kopfstand? Hüftgelenksauskugelung im Lotussitz? Erstickungsanfall beim Atmen? Was soll das?