Samstag, Januar 14, 2006

Blacks Beach


Ungefähr eine halbe Stunde (mit dem Auto) von dem Strand entfernt, an dem ich wohne, liegt Blacks Beach. Einer der wenigen FKK Strände, an dem sich aber hauptsächlich die Herren der Schöpfung im Sand aalen.
Der Weg zum Strand hinunter ist sehr steil, fast schon ein Kletterweg. Bin nur froh, dass ich kein Surfboard runtertragen musste, die Wellen dort waren sowieso fern von allem, was ich mich getraut hätte.

Lance hingegen würde sein Board wenn's sein müsste auch zum Mond tragen
und ging surfen, während ich am Strand einfach mal ein wenig "Alleinsein" genossen habe.
@ Lance: Thank you for still being there!

Freitag, Januar 13, 2006

iPod im Supermarkt



$ 299 für einen 30 GB iPod ist ja beim derzeitigen Dollarkurs fast geschenkt und ich bin hier mit der festen Absicht, mir so ein schnuckeliges Teilchen - natürlich in Schwarz - mit nach Hause zu nehmen. Irgendeinen Apple-Laden wird es in La Jolla schon geben ... dachte ich mir.
Very naiv!!!!!
Als ich heute Morgen im Supermarkt stand glaubte ich erstmal ich schlafe vielleicht noch, der Jetlag und so, aber nein! Sofort hinterm Eingang stand ein riesiger Automat, einer der Sorte, in dem das komplette Angebot der Erfrischungsgetränke-Industrie locker Platz hat. Aber es standen weder Coca oder Pepsi Cola, noch 7 Up oder diverse Wasser ohne Kohlesäure darin. Beim genauen Hinsehen entpuppte sich der Inhalt des Automaten aber als das komplette Angebot der Apple-Unterhaltungsgeräte: iPod Shuffel, nano, 30 oder 60 GB. Da stand sie, die ganze Familie in trauter Einheit im Automaten - und natürlich auch das gesamte Zubehör, Dockingstation, Gürtel für Handgelenk, Oberarm und vermutlich auch den kleinen Zeh. Jetzt hätte ich nur noch meine Kreditkarte reinschieben, Produkt wählen, Klappe öffnen und das Gerät glücklich in die Arme schließen müssen.
Schade aber auch, dass ausgerechnet heute die schwarze 30 GB Variante ausverkauft war!!!!!

Donnerstag, Januar 12, 2006

Bundfaltenhosen und Fellstiefel

Mein erster Tag in San Diego. Und zwei Dinge fallen sofort auf:
1.
Amerikanische Männer über vierzig lieben Bundfaltenhosen. Weiß der Himmel warum! Es scheint, als seien manche einfach in den 80ern hängen geblieben. Aber, der, bei dem ich wohne, bildet da eine Ausnahme. Der trägt nur von morgens bis abends ein Brett unterm Arm. Klar, dass man(n) dabei nicht gerade eine Bundfaltenhose trägt ;-) Aber er ist ja auch noch nicht vierzig!!!!!
2.
Hier ist gerade natürlich auch Winter. Obwohl sich der Winter hier bei 24 Grad am Tag wirklich aushalten laesst. Aber, wenn euch in Hamburg die Mädels mit den unsäglichen Fellstiefeln und den noch unsäglicheren Fellbommeln schon auf die Nerven gehen - tröstet euch: Auch hier tragen die Mädels Fellstiefel!!!!! Allerdings ist die Entdeckung der Fellbommel bis hierher noch nicht durchgedrungen. Ganz ehrlich: Die spinnen doch, die Amis! Fellstiefel und Miniröcke am Strand. Da fällt mir jetzt auch nix mehr ein.

Meeresrauschen


Ich habe es wirklich gut getroffen hier. Lance wohnt nur 50 m vom Strand entfernt und auch wenn ich das Meer vom Apartment aus nicht sehe, so höre ich doch die Brandung die ganze Zeit. Es ist schön, jederzeit in nur zwei Minuten am Strand zu sein. Dieser Luxus hat allerdings auch seinen Preis. Das Apartment ist ungefaehr 30 qm gross, ein Raum mit offener Küche und Bad. Das Ganze kostet rund $ 980 pro Monat. So ist das eben, an den schönsten Orten der Welt.

Mittwoch, Januar 11, 2006

Hamburg - San Diego


Nach 14 Stunden und Zwischenstopps in London und San Francisco bin ich endlich in San Diego angekommen.
In London ist mir zwischenzeitlich mal echt das Herz in die Hose gerutscht, als ein nicht nur indisch aussehender, sondern auch mit unverständlich indisch-englischem Akzent sprechender Sicherheitsbeamte beim Sicherheitscheck von United Airlines einfach mit meinem Pass abgehauen ist. Bei uns ist es ja nun mittlerweile schon soweit, dass man vor der "Wir-sehen-alles"-Detektor-Schleuse immer den Guertel ausziehen muss. "Safety First" verstehe ich ja noch, aber trotzdem habe ich immer ein komisches Gefuehl, wenn sich die doch so modische und unheimlich Flug bequeme Drei-Nummern-zu-gross-Jeans langsam mit der Schwerkraft verbuendet und nach unten rutscht. Aber Amerika setzt da NATÜRLICH noch eins drauf. Die Sicherheitsbestimmungen schreiben vor, dass JEDER auch noch die Schuhe ausziehen muss. Super!
Jetzt stellt euch einfach vor, ich stehe da, die Hose hängt auf halb acht, meine Schuhe sind irgendwo in der Röntgenschleuse (unnötig zu erwähnen, dass der grünliche Webflor-Teppich auch nicht gerade den bakterienfreisten Eindruck macht)und der Typ haut einfach mit meinem Pass ab!!!! Und das alles morgens um neun. Das ist kein Spass, ob gut gefrühstueckt oder nicht. Da will ich einfach nur für einen Moment böse werden und fragen, ob irgend jemand hier mal was vom Recht auf persönliche Freiheit gehört hat. Im "Land of Freedom" dürfte das eigentlich nicht so unbekannt sein. Dank 9/11 ist das aber alles anders. Ich habe dann auch tatsächlich einigermaßen ruhig, soweit mir das in meiner Wut noch möglich war, nachgefragt, was denn nun mit meinem Pass passiert und dass ich es doch etwas seltsam finde, wenn jemand einfach so damit verschwindet. Die Antwort: "Dats foor safffty reasongs ma'm." O.k., das hat mich dann auch nicht wirklich weiter gebracht. Tage später habe ich aber erfahren, dass alleine diese Frage mich auf einem amerikanischen Flughafen in echte Schwierigkeiten gebracht hätte. Naja, nochmal gut gegangen. Und der Typ kam dann auch ungefähr zwei Minuten vorm Einsteigen in den Flieger mit meinem Pass zurück. Weiss gar nicht, warum ich mich so aufgeregt habe!!!
Ach ja, mein Feuerzeug haben sie natürlich in meinem Rucksack gefunden und einkassiert. An alle Raucher unter euch: Vergesst es einfach mit einem Feuerzeug im Handgepäck nach Amerika einreisen zu wollen! Die Idee, flüssigen Sprengstoff in einem Feuerzeug mit an Bord zu schmuggeln, funktioniert definitv NICHT!!

Der Weiterflug von nach San Francisco war dann aber super. Eine Dreierreihe für mich alleine und so habe ich fast sieben der elfeinhalb Flugstunden schlicht und einfach verschlafen. So will ich das haben! Das Child Menue, das sie mir aber serviert haben - aus welchem Grund auch immer - möchte man hingegen so überhaupt gar nicht haben. Eigentlich müsste United Airlines deshalb permanent wegen Kindesmisshandlung verklagt werden. Ich glaube, es sollte Rührei mit Spinat werden, herausgekommen ist aber eine undefinierbare gelbe und klebrige Masse mit einem Häufchen Grün am Rand. Der Keks zum Nachtisch sollte es vielleicht dann wieder rausreissen - Fehlanzeige bei mir!!
Egal, ich bin ausgeruht in San Francisco angekommen und auf dem Flug weiter nach San Diego habe ich dann meine ersten beiden Englisch-Lektionen bekommen.
Lesson 1 (listen and repeat!):
Mein Ziel in San Diego, also der Stadtteil, ist La Jolla. Soweit, so schön. Im Flieger saß eine schon etwas ältere Dame neben mir, wir kommen ins Gespräch und natürlich fragt sie mich, wo ich wohnen werde. Ich sage also "La Dscholla" - was denn wohl sonst? Da hält sie sich doch ganz verlegen die Hand an den Mund und sagt "Sweetheart, it's called La Hoja". Ja entschuldigt mal bitte, wie soll ich denn wissen, dass ein J wie H, und zwei L wie J ausgesprochen werden???? Ich denke wir sind hier in Amerika und nicht in Spanien! Immerhin erzählt sie mir dann auch, dass La Jolla einer der schönsten Stadtteile ist und dass eigentlich jeder dort wohnen möchte. Ich bin beruhigt und: Danke, dass ich meine erste Blamage so schnell hinter mich gebracht habe ... die nächste folgte schneller, als mir lieb war...

Lesson 2 (listen and repeat!):
So plaudern und plaudern wir also und irgendwann frage ich sie, wie weit Tijuana/Mexico denn von San Diego weg ist. Oh je. Als einleitendes Wort der Antwort bekomme ich schon wieder dieses "Sweetheart". Das kann nichts Gutes heißen. Ich lerne also: "Sweetheart, WE in CALIFORNIA don't say how far something is. WE say how much time it takes to get there." Schon klar! Als gäbe es keinen Unterschied, ob man jetzt per Bus, Bahn, Auto oder Fahrrad von La Jolla nach Tijuana fahren möchte. Dass hier eigentlich alles nur mit dem Auto gemacht wird, hätte mir natürlich klar sein müssen! Und so lerne ich: Mit dem Auto dauert es weniger als eine Stunde (wenn gerade mal keine Rush-Hour ist).

Lance, den ich hier besuche, hat mich vom Flughafen abgeholt. Wir hatten uns seit Brasilien im Dezember 2004 nicht mehr gesehen und entsprechend schön war das Wiedersehen. Die Fahrt vom Flughafen nach La Jolla dauert ungefähr eine halbe Stunde. Aber ich verrate natuerlich nicht, wie weit es ist!
Und kurz vor dem Ziel, wie bestellt, halten wir in Windensea an und ich erlebe meinen ersten fantastischen Sonnenuntergang. Ein Bier dabei und die Welt ist in Ordnung!